Galerie: „Lolly-Alarm“, Graphic Novel



Dieses Jahr verbinde ich die Inktober-Arbeiten mit einem Buchprojekt. Beim Renovieren unseres Hauses fand ich eine Kurzgeschichte nach „Hänsel und Gretel“, die ich vor Jahren mal geschrieben hatte. Die wollte dringend illustriert werden. Natürlich braucht das mehr als die 31 Bilder, die bei Inktober entstehen. Andererseits ist es lustig, die wahllos ausgesuchten vorgegebenen Inktober-Stichworte in die Geschichte zu integrieren. Das gibt unerwartete Szenen und bringt zusätzlichen Pfiff in die Handlung.

Nach etwa 20 Zeichnungen bemerkte ich überrascht, dass sich Handlung und Bilder unterscheiden. In der alten Fassung der Geschichte war Hänsel der Held. Jetzt, unter meinen Händen, entwickelte sich Gretel zur Hauptperson, einem süßen kleinen Mädchen. Und ihre Leidenschaft für Süßigkeiten führt zu einem entscheidenden Moment in der Geschichte. Deshalb gebührt ihr auch der Titel „Lolly-Alarm“.

Vermutlich ist die Tatsache, dass ich inzwischen Großmama einer entzückenden Enkelin bin, mit ausschlaggebend für meinen künstlerischen Sinneswandel. Da sieht man mal wieder: Kunst ist immer auch autobiographisch.

Zuerst habe ich die Figuren „entwickelt“, noch ganz ohne Handlung. Natürlich kann ich diese Bilder hinterher auch für das Buch verwenden. Aber zuerst galt es, mir über die einzelnen Figuren klar zu werden.


Der Hänsel, völlig tiefen-entspannt.


Die Gretel, den ganzen Tag fröhlich


Der alte Vater, schweigsam und müde.


Und die Mutter, deren Giftigkeit die Geschichte erst ins Rollen bringt.


Inzwischen bin ich fast fertig:



Hänsel hört die Eltern streiten.


Zum Glück schläft Gretel ganz ruhig.


Gretel isst mal wieder nur Süßigkeiten.


Hänsel sammelt weiße Steinchen als Wegzeichen, damit er wieder aus dem Wald zurückfindet.


Holzsammeln ist voll öde! Hänsel scheucht zum Spaß ein paar Vögel auf.


Hänsel ist vor lauter Müdigkeit eingeschlafen. Er schreckt hoch, als Gretel weinend aus dem Dickicht kommt: „Die Mama ist weg! Ich will heim!“



Gretel hat Löcher ins Hexenhaus genagt. Jetzt regnet's herein, und das ganze Haus weicht auf. Lebkuchen, Schokolade und Zuckerguss verbinden sich zu einer zähen Masse, die langsam und klebrig die Treppe herabrollt. Gretel findet das voll lustig.



Die Hexe bäckt frische Lebkuchen, um ihr aufgeweichtes Haus zu reparieren.

Gretel kriegt im Wald eine Extra-Portion Erdbeeren.


Mit dem nebenstehenden Bild habe ich „Werbung auf Instagram“ ausprobiert. Ich ließ es einfach mal eine Woche lang in Indien und den USA einblenden. (Mein Instagram-Account ist auf englisch.) Innerhalb von 6 Tagen bekam ich 6.690 Likes. Das ist etwa das 134-fache von dem, was ich normalerweise kriege! Ein völlig irreales Gefühl.





31.10.2018: Ich hab's geschafft! Alle 31 Inktober-Themen wurden rechtzeitig fertig, und die Geschichte ergab ein reizvolles Ganzes. Wie immer habe ich am Schluss noch ein Halloween-Bild gezeichnet. Halloween spielt in Amerika eine viel größere Rolle als in Deutschland, da muss Ende Oktober einfach noch ein entsprechendes Bild her.

Alle Hauptdarsteller sind vertreten:

- Gretel, wie immer in erster Linie an den Süßigkeiten interessiert.

- Hänsel bei seiner Lieblings-Beschäftigung: Entspannt abhängen.

- Der Kuschelhase, der immer irgendwie aufs Bild wollte, wenn Gretel am Zug war

- Die Hexe – sie lebt! Und ihre Katze auch.

- Und der Schlüsselbund, der in der Geschichte einen wichtige Rolle spielen wird.

- Das Gleiche gilt für die Lebkuchen, das Knusperhäuschen und den großen, dunklen Wald....


Nachtrag 15.12.18 Inzwischen ist das Buch abgeschlossen und im Buchhandel erhältlich. Nur das Halloween-Bild ist nicht mit drin, aber insgesamt 54 Tuschezeichnungen. Näheres gibt es auf der Seite „Bücher“

Das ist das Cover: