Das Drachen-Märchen

Ich habe mich entschieden, mein Drachenbuch selbst zu veröffentlichen. Es hat sich kein Verlag gefunden, der es nimmt. Und nach einem guten Jahr Produktbeobachtung ist mir auch klar, warum: Die Herstellung wäre zu zu teuer, und es passt nicht in die momentan übliche Kinderbuch-Landschaft.

Ich hätte es gern in der klassischen Kinderbuchschiene gehabt: Din-A-4 groß, gebunden, 13,95 €. Zum Vorlesen für kleine Kinder, denn es ist spannend und lustig. Aber den Verlagen ist es nicht „moralin-sauer“ genug. Die modernen Kinderbücher sind überfrachtet mit political correctness. Umweltbewusstsein, Toleranz gegenüber Andersdenkenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Mülltrennung – muss das alles in Bilderbücher ab 5 Jahren rein? Man findet kaum noch Bücher, wie wir sie als Kinder gelesen haben: Einfach nur witzig, lustig, gut erzählt. Anrührend und spannend – ist das nicht genug für kleine Kinder? Auch der kleine Joe in meinem Buch ist ein „Vorbild“ – aber das merkt man erst am Schluss. Und nicht von Anfang an in jeder zweiten Zeile. Wie soll sich ein Kind mit den modernen Edelmenschen identifizieren können? Kinder sind nicht perfekt!

Und für die billige Schiene ist mein Buch zu teuer. Die vielen Bilder machen es kostspielig. Und auch sonst im Verlagswesen: Unglaublich, wer da alles die Hand aufhält! Ich recherchiere tagelang. Wenn ich mein Buch in der gewünschten Ausstattung in kleiner Menge selbst produziere, müsste ich einen Ladenpreis von 36 € verlangen. Sowas zahlt kein Mensch für ein Kinderbuch. Schweren Herzens entscheide ich mich für ein kleineres Format und eine Softcover-Bindung. Und ich werde es nicht bei Amazon anbieten. Denn Amazon zahlt dem Verleger angeblich nur die Hälfte des Ladenpreises – da müsste ich noch Geld dazulegen. Kein Wunder, dass sich die Verlage so zurückhalten!